MRV Squad - Tag 93 - 19.06. - 8:00 Uhr in Marbach

Liebe Ruderer,


vorgestern habe ich Kim beim Kindertraining fotografiert. Ich finde unsere Kindertrainer machen eine super Arbeit! Sie teilen die Kinder in die Boote ein, und helfen beim Tragen und Ablegen. Danach sind Kim und Jonas mit dem Motorboot unterwegs und trainieren die fortgeschrittenen Ruderer. Gleichzeitig achten sie aber darauf, dass sich die etwas unerfahreneren Kinder sicher auf dem Neckar bewegen. Aber auch diese Anfänger sollen besser werden und werden von ihnen trainiert. Wie so oft im Leben bekommt die Arbeit im Hintergrund nicht genügend Anerkennung! Vielleicht wird auch mal etwas lächelnd gesagt: "Naja, der oder die ist ja nur Kindertrainer!" Diese Aussage nimmt sicher jeder sofort zurück, der diese Arbeit gewissenhaft und engagiert macht oder einmal gemacht hat! Und genau in diesem Alter werden die Grundlagen gelegt: damit der Sport erfolgreich ausgeübt wird oder auch, dass ein Sport so viel Freude macht, dass man diesem lebenslang verbunden bleibt.


Es ist eine wunderschöne Aufgabe. Der Stolz der Nachwuchsruderer im Einer zu sitzen, die Freude eine Aufgabe erfolgreich absolviert zu haben, ein Trainingsrennen gefahren zu sein - diese Momente machen die Arbeit als Trainer zu wirklichen Highlights.


Unsere Ruderer haben kein Problem, dass sie sich zu wenig bewegen. Sie haben keine Probleme mit Unterbeanspruchung aufgrund eines zunehmenden Bewegungsmangels im täglichen Leben. In meinem am häufigsten zitierten Buch "Sportbiologie" von Jürgen Weineck finden sich wieder schlaue Sätze zu diesem Thema:


"Die Entwicklung der Ausdauerleistung im Kindes. und Jugendalter ist ganz besondere Aufmerksamkeit zu schenken, da das Ausdauertraining den bei weitem größten Einfluss auf alle Parameter hat, die aus sportmedizinischer Sicht Aussagen über die körperliche Leistungsfähigkeit gestatten. Außerdem ist eine ausreichend entwickelte Ausdauerleistungsfähigkeit eine wichtige Grundlage für die Förderung und Stabilisierung der allgemeinen Gesundheit, was unter anderem in einem leistungsfähigeren Immunsystem und damit einer erhöhten Resistenz gegenüber sogenannten banalen Infekten zum Ausdruck kommt."


Das klingt doch schon mal ziemlich gut. Unsere Kinder- und Jugendlichen fangen mit dem Rudern meist zwischen 11 und 14 Jahren an. Auch hier wird das Buch wieder spannend: "Die höchste Trainierbarkeit liegt bei Kindern vor allem in den Perioden des beschleunigten Wachstums vor. Da der kindliche Organismus in der Pubertät die umfassendsten Veränderungen erfährt, ist die Anpassungsfähigkeit und damit die Trainierbarkeit zu diesem Zeitpunkt am größten. Insbesondere die konditionellen Eigenschaften Ausdauer und Kraft entwickeln sich vorrangig aufgrund der wachstumsbedingten Ausnahme von Körpergewicht und Körperhöhe."


Wenn die Kinder und Jugendlichen plötzlich anfangen in der Pubertät in die Höhe zu schießen, so sieht das im Boot meist etwas lustig aus. Wir sagen dann: "die beißen sich ins Knie!". Das liegt daran, dass Arme und Beine meist früher in die Länge schießen als der Rumpf. Wer jetzt möchte, kann mal die Spannweite messen und mit der Körperhöhe vergleichen! Die meisten Menschen haben im ausgewachsenen Alter eine ähnliche Spannweite wie Körpergröße! Wenn nun eine Spannweite von 186cm einer Körperhöhe von 168cm gegenüberstehen, dann wisst Ihr, dass sich hier in der nächsten Zeit noch viel tut!


An die Eltern: habt bitte Nachsicht, wenn dann der Sohn/die Tochter alles umwirft, vom Tanzen und dem Wort Eleganz will ich schon gar nicht reden. Die Gliedmaßen sind einfach derzeit nicht unter Kontrolle! Außerdem kann es sein, dass der Nachwuchs alle zwei Tage andere Schmerzen hat: mal an der Hüfte, dann in der Schulter und danach am Knie! Es könnte sein, dass er kein Simulant ist, sondern einfach nur gewaltig wächst!



Zum Training: Wer als Rennruderer ein Ergometer zu Hause hat, darf heute eine Ergo-Test über seine Normalstrecke fahren, die B-Junioren im zweiten Jahr nehmen bitte die 2000m!

Die Werte bitte heute Abend an mich weiterleiten. Sie werden nicht veröffentlicht, aber bei mir notiert!


Alle anderen:

Heute ist Freitag und somit ist wieder Schnelligkeit gefragt:


Auf dem Ergometer:

10.000m darin 10x250m Sprint


Beim Laufen:


Eine Möglichkeit beim Laufen schnellere Bewegungsabläufe zu trainieren, ist das Lauf ABC. Man kann das Lauf ABC zum Aufwärmen z.B. vor Ballspielen verwenden. Allerdings kann man es auch als eigenständige Trainingseinheit nehmen - das machen wir heute nochmal! Ich weiß nicht, wie es Euch ging, ich war richtig platt nach dem Lauf ABC letzte Woche! Aber wie so oft: Training hilft!


Zum Aufwärmen lauft Ihr Euch 20 Minuten locker ein. 5 Minuten dynamisches Dehnen.


Jetzt kommt das Lauf ABC - sucht Euch eine Strecke von ca. 50 Metern. In die eine Richtung verfolgt Ihr die Aufgabenstellung, der Rückweg erfolgt in lockerem Trab-Tempo.


  • Anfersen

  • Kniehebelauf

  • Hopserlauf

  • Laufdribbling

  • Rückwärtslaufen

  • Seitsprünge ohne Arme (Arme in der Hüfte halten)

  • Seitsprünge mit Arme (Arme schwingen)

  • Laufsprünge mit Armrotation

  • Laufsprünge ohne Armrotation

  • Steigerungsläufe (schneller werden)

  • Sprints

Jede Übung wird 2x wiederholt!


Auf dem Wasser:


5 x 5er Start

2 x 5er Start und 10 Rennschläge

4 x 250 m Sprint


Liebe Grüße

Heike

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