MRV Squad - Tag 91 - 17.06. - 8:00 Uhr in Marbach

Liebe Ruderer,


das ist ein Schwan. Das ist aber kein gewöhnlicher Schwan, sondern einer, der auf dem Neckar schwimmt - sozusagen ein Neckarschwan.


Was hat nun ein Schwan, der auf dem Neckar schwimmt mit unserer heutigen Trainingsaufgabe zu tun? Das ist ganz einfach, denn so ein Schwan ist ein Wunder der Kraftausdauer. Bis so ein Schwan sich aus dem Wasser erhebt, braucht er Kraft und Kraft-Ausdauer. Dann aber fliegt er und fliegt er und fliegt er. Das geht uns beim Rudern nicht viel anders. Um einen Achter bei einem Rennen anzuschieben, benötigt der Ruderer ebenfalls einen sehr hohen Kraftanteil. Während des Rennens tritt dann die Kraftausdauer in den Vordergrund.


Mittwoch ist wieder der Tag der Kraftausdauer. Jetzt habe ich in den letzten Wochen so viel über das Thema Ausdauer geschrieben, dass ich mich heute nicht wiederholen wollte. Mein komplettes Wissen über Schwäne habt Ihr von mir oben erhalten - das lässt sich auch nicht kurzfristig weiter ausbauen. So nehme ich das Buch "Sportbiologie" von Jürgen Weineck zu Hilfe. Wer Freude an verschiedenen Themen rund um das Training an, der findet hier ziemlich viel.


Mit Hilfe dieses Buches kann ich zum Beispiel argumentieren, wenn ich mein Boot nicht alleine tragen möchte. Wenn nun ein männlicherer Ruderer abschätzig auf mich schauen würde, was dieser sich hoffentlich niemals traut - zumindest nicht offensichtlich, so würde ich einfach Seite 595 aufschlagen. Dort ist eine schöne Grafik, dass die Kraft meines Rumpfbeugers und -streckers, meiner Armstrecker nur ca. 60 % von der Kraft eines Mannes betragen. Wenn also mein Boot 20 kg wiegt, so sprechen wir von einem Gewicht von 33kg, die der männliche Ruderer genauso lässig über seinen Kopf schwingen müsste!


Auch die anderen Werte sprechen dagegen, dass ich unser Altpapier die Treppen runtertrage, Holz im Wald auflade oder sonstige schwere Arbeiten verrichte - wenn ich das richtig interpretiere! Aber es gibt auch eine gute Nachricht: die Kaumuskulatur weist die ähnlichsten Werte zwischen Mann und Frau auf - das beruhigt mich!


Auf Seite 703 gibt es wieder etwas schönes zu entdecken. Hier geht es um die Effekte vermehrter körperlicher Aktivität auf das psychophysische Wohlbefinden. So wird durch Ausdauertraining das Selbstvertrauen gestärkt sowie Angst und Ärger gemindert. Die Energie nimmt zu, aber die Verwirrung bleibt gleich: das verwirrt mich etwas!


Interessant sind auch die "Grundlagen der Ernährung". Auf Seite 831 erfahrt Ihr folgendes:

100 g Eier verweilen im Magen:

  • 3min gekocht 105 min

  • Roh 135 min

  • Rührei mit Butter 150 min

  • Hart gelockt 180 min

  • Eierkuchen 180 min

Das wolltet Ihr doch sicher immer wissen und habt Euch nur nicht getraut mich zu fragen!


An einer anderen Stelle zu diesem Thema wird es aber wirklich interessant. Es geht um das Thema Trinken:

  • Mindestens 1,5 bis 2 l Flüssigkeit pro Tag trinken; pro Liter Schweiß zusätzlich 1,5 l!

  • In der Basisernährung möglichst ungesüßte Getränke, Wasser, Mineralwasser, Früchtetee, Fruchtsaftschorle

  • Viele kleine Trinkportionen am Tag. Der Magen kann pro Stunde nur etwa 500 bis 800 ml Flüssigkeit an den Darm abgeben, so dass größere Trinkmengen in kurzen Zeiträumen nicht sinnvoll sind.

  • Den Konsum von harntreibenden Getränken (Kaffee, koffeinhaltige Limonaden, alkoholische Getränke etc. ) einschränken bzw. ausgleichen!

  • Nach dem Sporttreiben: Pro Liter Flüssigkeit sollte ein Sportgetränk 40-80 g Zucker und etwa ein bis eineinhalb Gramm Kochsalz enthalten (es fördert die Wasseraufnahme über den Darm und das Wasserhaltevermögen im Körper.

Da ein Sportler, der mit einem unbewussten Wasserdefizit zum Wettkampf, bzw. Training antritt, schneller in leistungsmindernde Bereiche der negativen Flüssigkeitsbilanz gelangt, sollte er sich eine regelmäßige Flüssigkeitszufuhr angewöhnen und auch dann trinken, wenn er keinen Durst verspürt! (Seite 869)


Interessant ist auch das Kapitel "Die sportliche Leistungsfähigkeit unter Hitze- und Kältebedingungen. Aber auch die Themen "Wettkampfsport im Alter" oder "Immunsystem und sportliches Training"!


Eigentlich wollte ich Euch nur sagen, dass solche Bücher was tolles sind. Dieses hat mehr als 1000 Seiten und ich kann es einfach irgendwo aufschlagen und finde immer etwas interessantes. Nur vom Schwan steht nichts drin, deswegen muss man ab und zu auf den Neckar zum Rudern gehen und nicht nur lesen!



Zum Training:





Viel Freude beim Training und liebe Grüße


Heike






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