MRV Squad - Tag 84 - 10.06. - 8:00 Uhr in Marbach

Liebe Ruderer,


was passiert eigentlich im Frühjahr und Sommer, wenn zu viel Regen und Gewitter den Neckar und seine Zuflüsse mit Wasser füllen? Dieses Jahr war es im Frühjahr und Frühsommer sehr trocken und wir hatten kein Hochwasser, auf das wir schauen mussten. Normalerweise ist der Mai immer ein für Überschwemmungen anfälliger Monat. Um den Feiertag Himmelfahrt herum ist es in der Vergangenheit immer wieder zu kritischen Wasserständen gekommen. Jetzt regnet es zwar immer wieder, und deshalb fühle ich mich auch zu diesem Thema inspiriert, aber die Wasserstände sind total unauffällig.


Wenn es nun langanhaltend und kräftig geregnet hat und Ihr zum Neckar kommt, dann holt nicht sofort Euer Boot aus der Halle. Lauft erst einmal Richtung Steg und schaut, ob Euch die Wasserlage verdächtig vorkommt. Fließt der Neckar sehr schnell? Kommt viel Holz aus Richtung Wehr und Schleuse? Ist der Abgang zum Steg plötzlich nicht mehr so steil? Ist der Wasserpegel gestiegen? Das sieht man am Ufer schon sehr gut. Wenn Euch nun die Situation eher ungewöhnlich erscheint, so auf gar keinen Fall unbeschwert Euren Einer ins Wasser setzen und losrudern. Auch wenn kein offizielles Hochwasser wäre: es ist zu gefährlich!


Aber vielleicht könnte man ja mit einem Zweier oder Gig-Vierer aufs Wasser? Dann auf jeden Fall bei der Schleuse absichern, ob Hochwasser zu erwarten ist, bzw. schon eine Schifffahrtssperre besteht. Ist dies der Fall, so könnt ihr das Boot sowieso wieder ins Lager legen. Ist keine Schifffahrtssperre und wird auch die Hochwassermarke in den nächsten Stunden nicht überschritten, so gilt die Risikoabwägung. Die Telefonnummer der Schleuse findet Ihr übrigens beim Fahrtenbuch. Auch ohne eine Überschreitung der Hochwassermarke kann die Strömung sehr unangenehm und gefährlich sein. Die Gefahr auf Bojen oder Brückenpfeiler gedrückt zu werden, steigt. Unterströmungen werden beim Kentern lebensgefährlich. Baumstämme und anderes Treibgut können die Boote beschädigen und den Ruderer damit wiederum in kritische Situationen bringen. Bei höherem Wasser und Strömung schaukeln sich die Wellen dann bei Schifffahrtsverkehr unangenehm auf.


Ich empfehle die App "Mein Pegel". Dort kann man sich seine Favoriten einstellen: für mich sind das die Messstellen in Plochingen und Lauffen. Kommt es in Plochingen zur Hochwassermeldung, dann können wir in den nächsten Stunden die Motorboote sichern und uns ein alternatives Training überlegen. Die Prognose für die nächsten Tage ist aus der Kurve ablesbar.


Warum aber Lauffen? Da ist doch das Wasser schon an uns vorbei? Zwischen Plochingen und Lauffen gibt es viele kleine und größere Zuflüsse in den Neckar. Die gibt es mit der Rems auch schon oberhalb von uns. Regnet es viel im Umland, kann es bei uns trocken sein und dennoch kommt es in Marbach zu Hochwasser. Marbach hat keine eigene Messstelle mit Prognose, da gibt es nur einen Ist-Wert. Lauffen vermittelt das Gefühl, was so um uns herum passiert ist.




Nachfolgend noch ein paar Bilder aus dem letzten Jahr. Das vierte Bild zeigt die Alternative zum Rudern, bzw. das Cool-Down-Programm nach dem Schlammputzen!




Ja, auch Schlammputzen ist eine Kraft-Ausdauer-Einheit! Zum Glück findet diese Trainingsart nicht so oft statt. Inzwischen wird durch die recht genaue Vorhersage oft schon Tage und Stunden zuvor mehr Wasser abgelassen, so dass Platz ist und es zu keinen Hochwasserlagen kommt.


Wer heute am Mittwoch keinen Schlamm zum Wegschippen zur Verfügung hat, kann alternative Trainingsformen wählen:







Bei Gewitter, Dunkelheit (von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang), Nebel und Eis darf man übrigens auch nicht rudern - aus gutem Grund!


Liebe Grüße

Heike



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