MRV Squad - Tag 72 - 29.05. - 8:00 Uhr in Marbach

Liebe Ruderer,


gestern Vormittag war ich auch mal wieder im Einer unterwegs - es war total friedlich. Die vier neuen Bojen lagen ruhig und entspannt an ihren Plätzen und haben noch nicht mal gezuckt, als ich respektvoll an ihnen vorüberfuhr. Neu und leuchtend schaukeln sie einträchtig im Wasser. Ich betrachtete die vier aufmerksam. Die roten sind oben stumpf und die grünen sind oben spitz.



Mir fällt ein, dass ich das ja irgendwann beim Sportbootführerschein See gelernt habe. Das ist nämlich ganz prima, sollte ein Navigator farbenblind sein. Die rot-grün-Blindheit ist ja gar nicht so selten! Und dann habe ich damals beim Führerschein noch gleichzeitig ein Rätsel aus meiner Kindheit gelöst!


Seid Ihr schon mal irgendwann mit der Fähre auf eine der Nordseeinseln übergesetzt? Entlang der Fährstrecke stehen (oder standen?) überall Besen herum. Der Schwabe fragt sich, wieviele Besen hier eigentlich offen haben und wird sein Krügle Wein vergeblich suchen. Okay, schlechter Witz! Aber die Besen unterscheiden sich, mal geht das Büschel nach oben, mal nach unten. Ist das zusammengebundene Büschelteil oben, dann ist es spitz: also Steuerbord. Ist das breite Teil oben, dann ist es stumpf: also Backbord! Genial und kostengünstig - hätten die Schwaben nicht besser erfinden können! Das Ding heißt übrigens "Pricke" oder "Prigge" und ich musste ziemlich rumgooglen, bis ich Bilder gefunden habe - die Suchanfrage "komische Dinger am Fahrwasser, die wie Besen aussehen" funktionierte nicht! Google ist da schon etwas zickig! Aber jetzt kenne ich auch den Fachbegriff.


Links der Steuerbord-Besen, rechts der Backbord-Besen. Das gilt übrigens immer von der See her kommend.


Und da ich schon im Internet unterwegs war - hier noch Infos zu der Farbenfrage:



Warum Backbord rot und Steuerbord grün ist

Bei der Frage nach den Positionslichtern bei Schiffen gibt es viel Seemannsgarn und wenig historische Belege

"Links ist wo das Herz sitzt, und das Herz blutet, und das Blut ist rot" – mit dieser Eselsbrücke soll sich der Seefahrer die Vorschriften zur Lichterführung auf See merken können: Backbord, die Seite, die vom Heck nach vorn schauend die linke Seite des Schiffs bezeichnet, ist mit einem roten Positionslicht auszustatten. Steuerbord auf der anderen Seite trägt ein grünes Licht. Doch wer hat diese Farben wann festgelegt? Und vor allem: mit welcher Begründung?

Backbord sind die Positionslichter rot, steuerbord grün: Jeder Seefahrer kennt diese Regel. Doch wie sie entstanden ist, weiß heute niemand mehr sicher.

Seefahrer antworten auf diese Fragen häufig mit einem Achselzucken: Das Wer und Wann ließe sich schließlich nachschlagen, und über das Warum brauche man sich keine Gedanken zu machen. Schließlich funktioniert das System, da bedarf es doch keiner weiteren Begründung. Die Kollisionsverhütungsregeln des internationalen Seeverkehrsrechts schreiben die Beleuchtung von Schiffen bei Nacht und schlechter Sicht am Tag eindeutig vor. Doch hätte es mit der Beleuchtung auf See natürlich auch ganz anders aussehen können: Statt des grünen hätte es ein weißes Licht an Steuerbord geben können. Oder man hätte Rot und Grün genau umgekehrt zuordnen können: Grün an Backbord und Rot an Steuerbord. Beinah wäre es tatsächlich so gekommen. Doch zunächst einmal waren die Positionslichter auf See weiß – wenn es denn überhaupt welche gab. Wie Kapitän Alfred Lübke in einem 1957 in der nautischen Zeitschrift "Der Seewart" veröffentlichten Artikel schreibt, nutzten zusammen fahrende Kriegs- und im Konvoi fahrende Handelsschiffe bereits im Altertum Lichtsysteme, doch sind Einzelheiten über die jeweiligen Regelungen und Art der Lichtquellen nicht überliefert. Das älteste bekannte Gesetz zur Lichterführung ist im "Rhodischen Seegesetz" zu finden, das um das Jahr 740 durch den byzantinischen Kaiser Leo Isaurus erlassen wurde. Dies Gesetz schrieb vor Anker liegenden Schiffen bei Nacht ein weißes Licht vor. Lange Zeit blieb es bei weißen Lichtern, die sich auch bei Schiffen in Fahrt bewährten. Tatsächlich schien sich im 16. Jahrhundert die Regel, in der Nacht ein weißes Licht zu führen, allgemein durchgesetzt zu haben. Trotz des teilweise regen Schiffsverkehrs kam es dabei zu erstaunlich wenigen Kollisionen, da die Segler noch verhältnismäßig klein und langsam waren. Außerdem waren sie dank starker Bemannung gut zu manövrieren. Mit der Erfindung der Dampfmaschine und damit auch der Dampfschifffahrt änderten sich im 19. Jahrhundert die Kräfteverhältnisse auf See. Das Segelschiff hatte mit der Konkurrenz zu kämpfen, die Geschwindigkeit stieg auf Kosten der Manövrierfähigkeit, und "man knüppelte bei jedem Wind", wie Kapitän Lübke schreibt. Und mit der steigenden Kollisionsgefahr kam denn auch Farbe ins Spiel der Lampen und Positionsleuchten.

Im Jahre 1834 kam der erste Vorschlag zur Einführung farbiger Positionslaternen auf Schiffen: Der englische Ingenieur Shaw von der Dubliner Reederei "City of Dublin Steamship Company" empfahl ein weißes Topplicht, das über den ganzen Horizont sichtbar sein sollte, kombiniert mit einem weißen Steuerbord- und einem roten Backbordseitenlicht. Dazu schreibt Lübke: "Die Verwendung eines roten Lichts war zunächst eine Sensation... Man hatte sich aber von dem ersten Staunen noch nicht erholt, da tauchte schon ein neues System auf." In der Tat führte die "P&O Company Southampton" zwei Jahre später für ihre Dampfer eine Lichterführung mit grünem Positionslicht ein: weißes Topplicht, rotes Steuerbord- und grünes Backbordlicht. Das Durcheinander, das folgte, brachte nicht nur zahlreiche Kollisionen, sondern auch eine Vielzahl weiterer Vorschläge, wie man dem Chaos Herr werden könne. Allerdings bezogen sich diese Vorschläge meist nur auf nationale Gewässer und entbehrten mitunter aller Anwendungsfreundlichkeit. 1847 endlich ergriff Großbritannien als führende Seefahrernation die Initiative und ging mit der Einführung eines Systems voran, das bald allgemeine Zustimmung fand: weißes Topplicht, an Steuerbord ein grünes Licht und an Backbord ein rotes. Warum sich die versammelten Admirale und Kommandanten so und nicht anders entschieden – man weiß es nicht. Doch hat sich dies grundsätzliche System seither weltweit durchgesetzt und wird bis heute beibehalten. Es hätte also auch ganz anders kommen können, oder zumindest gibt die Überlieferung keinen eindeutigen Aufschluss über die Beweggründe für die Farbzuordnung. Das hindert den Schiffer, der ja bekanntermaßen ein Freund des Seemannsgarns ist, jedoch nicht am Spekulieren. So lässt sich beispielsweise argumentieren, dass die Farbwahl, die sich am Ende durchgesetzt hat, angesichts der gängigen Vorfahrtsregeln auf See durchaus sinnvoll erscheint. Sieht der Steuermann auf der Steuerseite – also an Steuerbord – die rote Positionsleuchte eines anderen Schiffes, dann muss er unter Umständen den Kurs ändern, um dem nahenden Kahn auszuweichen. Auf See gilt nämlich wie im Straßenverkehr die "Rechts vor links"-Regel: Das Schiff, das sich von Steuerbord her nähert, hat Vorfahrt. Und es zeigt dem, der die Vorfahrt zu gewähren hat, seine rote Positionsleuchte. Wie eine rote Ampel signalisiert so die rote Farbe dem Steuermann, dass er keine freie Fahrt hat – ein Ausweichmanöver kann nötig sein. Sieht der Steuermann dagegen ein grünes Licht, so kann er getrost auf Kurs bleiben, denn das andere Schiff hat ihm auszuweichen. Um dies Argument zu Ende zu bringen, müssten zunächst allerdings jede Menge weiterer Fragen beantwortet werden: Seit wann gelten die bestehenden Vorfahrtsregeln auf See? Und seit wann bleibt man bei Rot stehen und darf bei Grün gehen? Es bleibt bei der Spekulation. Fest steht jedoch, dass die Sammlung der nautischen Eselsbrücken um einige Schöpfungen ärmer wäre, wenn die Farbwahl für Back- und Steuerbord anders ausgesehen hätte. Und schade wäre es um Kreationen wie diese: Wenn Dir ein Rechtshänder eine Backpfeife verpasst, so wird Deine linke Backe rot – daher ist Backbord rot.

(http://www.farbimpulse.de/Warum-backbord-rot-und-steuerbord-gruen-ist.236.0.html)


Damit endet die kleine Serie zum Thema Bojen vorerst! Sollten sie aggressiv werden und auf Ruderer losgehen, dann werde ich mich nochmals ernsthaft der Thematik widmen.


Heute ist Freitag und somit ist wieder Schnelligkeit gefragt:


Auf dem Ergometer:

10.000m darin 10x250m Sprint

Beim Laufen:

Eine Möglichkeit beim Laufen schnellere Bewegungsabläufe zu trainieren, ist das Lauf ABC. Man kann das Lauf ABC zum Aufwärmen z.B. vor Ballspielen verwenden. Allerdings kann man es auch als eigenständige Trainingseinheit nehmen - das machen wir heute nochmal! Ich weiß nicht, wie es Euch ging, ich war richtig platt nach dem Lauf ABC letzte Woche! Aber wie so oft: Training hilft!

Zum Aufwärmen lauft Ihr Euch 20 Minuten locker ein. 5 Minuten dynamisches Dehnen.

Jetzt kommt das Lauf ABC - sucht Euch eine Strecke von ca. 50 Metern. In die eine Richtung verfolgt Ihr die Aufgabenstellung, der Rückweg erfolgt in lockerem Trab-Tempo.

  • Anfersen

  • Kniehebelauf

  • Hopserlauf

  • Laufdribbling

  • Rückwärtslaufen

  • Seitsprünge ohne Arme (Arme in der Hüfte halten)

  • Seitsprünge mit Arme (Arme schwingen)

  • Laufsprünge mit Armrotation

  • Laufsprünge ohne Armrotation

  • Steigerungsläufe (schneller werden)

  • Sprints

Jede Übung wird 2x wiederholt!


Auf dem Wasser:


5 x 5er Start

2 x 5er Start und 10 Rennschläge

4 x 250 m Sprint


Wisst Ihr noch wie die Besen heißen? Ansonsten nochmals von vorne lesen!


Liebe Grüße

Heike

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