MRV Squad - Tag 47 - 04.05. - 8:00 Uhr in Marbach

Liebe Ruderer,


nach der anstrengenden Belastungs-Einheit von gestern, wird es heute wieder etwas ruhiger. Ruhiger ja, aber nicht unbedingt entspannter. Die Yoga-Einheit von Karin Keßler ist ein guter Beitrag, um etwas für Eure Kraft und Beweglichkeit zu tun.




Das vollständige Yoga-Programm findet Ihr unter Tag 21: https://www.gesundheitssportrudern-in-marbach.com/post/mrv-squad-tag-21-08-04-8-00-uhr-in-marbach








Es geht weiter in unserer kleinen Serie "Bootseinstellungen":


Die Stemmbrett-Neigung bezeichnet den Winkel des Stemmbretts gegenüber der Horizontalen - diese Neigung sollte nur ein Trainer oder Bootswart verstellen. Bei Vereinsbooten ist die Neigung zwischen 40° und 45° eingestellt. Das passt in der Regel für die meisten Ruderer!


Ich zitiere nun wieder Stefan Piesik in seinem Büchlein "Individuelles Einstellen von Ruderbooten":


Die Stemmbrett-Neigung richtet sich hauptsächlich nach der Beweglichkeit des jeweiligen Ruderers im Sprunggelenk und steht dabei in enger Verbindung zur Stemmbretthöhe, die auch diese Beweglichkeit begrenzen kann. Zu steile und zu hohe Stemmbretter können die Beweglichkeit des Athleten einschränken und führen zu Problemen beim Erreichen einer guten und nicht "gequälten" Auslageposition. Erfahrungsgemäß liegen günstige und gängige Werte im Bereich zwischen 40° und 45°.


Die Stemmbrett-Neigung in Vereinsbooten nicht selbstständig verstellen. Dies sollte nur der Trainer oder Bootswart vornehmen!


Die Stemmbretthöhe ist definiert als der Abstand: tiefste Stelle Rollsitz/tiefste Stelle im Ruderschuh/in der Fersenkappe

Für eine korrekte Einstellung ist die Unterschenkellänge des Ruderers bzw. das Verhältnis Ober-/Unterschenkel das entscheidende Maß. Zu hohe oder zu niedrige Einstellung des Stemmbrettes führen zu nicht ausreichenden oder überweiten Auslagepositionen. Das Hochstellen des Stemmbrettes ist demnach ein probates Mittel, die Auslageposition (Unterschenkel über der Senkrechten) zu begrenzen. Niedrigerstellen kann zur Vergrößerung des Rollweges und damit zur Auslage führen. Die optische Kontrolle der Einstellung erfolgt über den Abstand Knie/gestreckte Arme/Oberkörper in der Auslageposition. "Beißt" sich ein Ruderer in der Auslageposition in die Knie und hat Schwierigkeiten, die notwendige Länge locker und entspannt zu erreichen, wird der Oberkörper nicht genügend eingesetzt, ist das Stemmbrett zumeist zu hoch. Fällt er in der Auslage "über die Unterschenkelsenkrechte", ist die Oberkörpervorlage zu groß und er hat "Orientierungsprobleme" bei der Druckaufnahme, können die Beine nicht vollständig gestreckt werden und kann der Ruderer nicht genügend Kraft aus den Beinen für den ersten Teil des Schlages erzielen, ist die Stemmbretthöhe meistens zu niedrig.


Die Stemmbretthöhe bei den Fußbefestigungen (siehe Foto) ist ganz einfach über die Laschen zu verstellen. Geht in die Auslage und testet ob ihr bequem mit euren Unterschenkeln in die Senkrechtposition kommt.


Es gibt so ein paar Theorien, die im Verein herumgeistern: Wer kleine Füße hat, muss die Fersenkappen höher stellen, da er oder sie sonst mit den Schuhen aus der Vorrichtung rutscht. Das Gute an der Theorie ist, dass es zwar das falsche Argument ist, aber es dennoch meist zum richtigen Ergebnis führt: Kleinere Füße = kleinere Körpergröße = kürzere Unterschenkel = weniger ins "Knie beissen".


Dann gibt es noch das Argument, dass man die Höhe so einstellen muss, dass man mit den Waden nicht an den Rollschienen hängen bleibt. Zum Glück wiederholt sich das wieder: kleinere Füße = kürzere Unterschenkel, daher eher Hängen bleiben, daher eher nach oben.


Bitte merkt Euch aber: es geht um die Auslageposition = Unterschenkel orthogonal zur Wasseroberfläche! Im Alter werden einige von uns unbeweglicher, daher hilft es oft die Stemmbretthöhe nach unten zu korrigieren, um besser in die Auslage zu kommen. Da ist dann die Schuhgröße unwichtig! Eine weitere Möglichkeit wäre, das Yoga-Training des heutigen Tages regelmäßig durchzuführen, dann könnte man die Schuhe wieder höher stellen!


Bitte die fest eingebauten Schuhe nur mit Rücksprache mit dem Trainer/Bootswart umstellen. Die flexiblen Vorrichtungen können bei jedem Rudergang passgenau auf den Ruderer und vom Ruderer selbst eingestellt werden - das ist ein Handgriff! Aber bitte nur mit dem richtigen Argument verstellen: AUSLAGE, UNTERSCHENKEL SENKRECHT!


Die optimale Kraftübertragung wäre ein horizontale Beinstoß - jetzt wurde der Mensch dazu einfach nicht gebaut - Fußgelenk und Hüfte spielen da von ihrem Bewegungsumfang nicht mit. Je besser ihr gedehnt seid, desto besser könnt Ihr euch der optimalen Stellung nähern! Dies wird leichten B-Juniorinnen in der Regel einfacher fallen, als 2m großen Master-Ruderern. Die Einstellung wird also immer individuell und ein Kompromiss mit dem Körperbau/Beweglichkeit sein.


Ich wünsche Euch einen schönen Montag und grüße Euch ganz herzlich!


Heike




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