MRV Squad - Tag 45 - 02.05. - 8:00 Uhr in Marbach

Liebe Ruderer,


gestern war der Tag der Arbeit. Natürlich nehmen wir so etwas im Marbacher Ruderverein sehr ernst. Mit dem gebührenden Social Working Abstand wurde in der Werkstatt und auf dem Bootsplatz kräftig poliert, geschraubt und gemessen.


Bevor ich ins Detail gehe, bekommt Ihr exklusiv einen Blick auf das Geschehen:



Nicole und Vasili bringen den Holz-Doppelzweier "Adolf Weiss" auf Vordermann. Da steckt bisher schon ganz schön viel Arbeit drin! Und ich kann Euch sagen, die zwei arbeiten sehr genau: das Boot wird richtig edel!.


Ivan, Uwe und ich haben uns die Breitensport- und die Renn-Einer vorgenommen. Wir sind engagiert am Messen, Teile ersetzen und ergänzen, reparieren und kontrollieren. Folgende Boote sind bis gestern auf Vordermann gebracht worden:


LBBW

Avanti Dilettanti

Wels

Red River TX

Lyra

Marco Polo

Fawkes

Black Pearl

Filippi Senior 1x

Pirol

Quasar

Möve

Streusel

Roland Killinger

KMM

Wendehals


Heute geht es um 10.00 Uhr weiter in der Werkstatt und ran an die verbleibenden MRV-Einer.


ACHTUNG: Bei einigen Booten waren abenteuerliche Einstellungen zu finden. Die Dollenabstände variierten heftigst zwischen Backbord und Steuerbord, ein Boot war "rechts unter links" geriggert, die Anlagewinkel hatten in einem Fall 4 Grad Differenz und im anderen Fall hatten wir eine "Negativ-Anlage". Natürlich kann man sich an so etwas auch gewöhnen (naja), aber das Rudern macht da nicht wirklich Spaß! Bitte in Zukunft nicht selbst rumschrauben, sondern einfach mal kurz fragen!


Es gibt ein Büchlein von Stefan Piesik (LRV Lehr-Referent u.a. für Bootstrimmen) - es heißt "Individuelles Einstellen von Ruderbooten". Piesik schreibt auf die Frage "Warum sollten ein Boot individuell eingestellt/getrimmt werden?" folgendes:


Das Ruderboot ist aufgrund seiner vielen Ein- und Verstellmöglichkeiten , eines der komplexesten Sportgeräte, welches zur Ausübung einer Sportart im Einsatz ist. Seine Aufgabe besteht darin, die physiologische Leistungsfähigkeit der Athleten in das Element Wasser zu übertragen und so für Fortbewegung = Vortrieb zu sorgen. Neben der ausgeübten Rudertechnik, ist die Bootseinstellung in hohem Maße dafür verantwortlich, dass dies möglichst effektiv, ökonomisch und somit fehlerfrei geschehen kann. Schon ein paar Handgriffe am Boot genügen, und ein Weltmeister wird nicht mal mehr eine Vereinsregatta gewinnen.


Nun sagt der Ruder-Volksmund: "Ein guter Ruderer rudert mit jedem Gerät!". Diese viel zitierte Aussage ist sicher richtig, weil ein guter Ruderer Fehleinstellungen besser ausgeliehen kann als ein Anfänger. Doch die Gegenfrage muss lauten: "Wie schnell, wie lange und mit welchen Auswirkungen auf seine Leistungsfähigkeit, seine Gesundheit und vor allem seinen Spaß am Rudersport?" Auch der Anfänger wird mit jedem Gerät rudern, und die Rückmeldungen, die ihm das falsch eingestellte Boot liefert, in die von Beginn an fehlerhafte Technikvorstellung und -ausübung umsetzen. Dagegen wird ein Anfänger in einem gut eingestellten Boot eine gute und richtige Rudertechnik fast von alleine erlernen, wie wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt haben.


Um beim Rudern nicht zu behindern und zu stören, muss also das Sportgerät Boot individuell eingestellt, getrimmt werden. Nur so wird eine fehlerfrei Technik überhaupt möglich, und man kann ohne Verkrampfungen und daraus resultierenden Schädigungen des Körpers lange Strecken runder. Nur dann findet der Ruderer eine optimale individuelle Position im Boot, die es ermöglicht, alle vorhandene Energie in Vortrieb umzusetzen und nicht in Haltearbeit zu verlieren. Dies gilt selbstverständlich für alle Betätigungsfelder innerhalb unserer Sportart: Kinder- und Jugendrudern, Freizeit- und Wanderrudern, sowie Wettkampf- und Hochleistungsrudern.


Ein Fazit:

Das Boot muss - möglichst individuell - getrimmt werden, um:

  • eine fehlerfreie Technik zu erlernen und ausüben zu können

  • gesundheitlichen Problemen und Schäden vorzubeugen

  • Wohlbefinden bei der Ausübung der sportlichen Tätigkeit zu garantieren

  • die individuelle Leistungsfähigkeit voll auszuschöpfen

  • effektiv und ökonomisch Vortrieb zu erzeugen

  • mannschaftliche Geschlossenheit zu erzielen

  • schnell rudern zu können


Als ich das gerade so in Stefans Büchlein gelesen habe, musste ich auch an meine praktische Prüfung bei der Trainer C -Ausbildung denken. Jeder Prüfling zieht zu Anfang des Prüfungswochenende sein Thema für die praktische Prüfung. Es gibt drei Teile, zwei schriftliche Prüfungen und dann eben der praktische Teil. Wir waren über 20 Teilnehmer und zwei Themen waren der Bootseinstellung gewidmet. Ich wollte alles außer dieses Thema - und wie das Leben so spielt: "Prüfe die Einstellungen des Bootes inkl. Anlage, Dollenhöhe und was weiß ich noch!"


Es gibt Dinge am Boot, die sollte nur ein Bootswart oder Trainer einstellen. Das gilt für die Anlage, die Stemmbrett-Neigung und Dollenabstände, etc. Es gibt aber auch Einstellungen, die sollte jeder Ruderer für sich verändern können, dazu gehört z.B. die Einstellung des Stemmbrettes. An vielen Einern haben wir nun auch Schnellverstell-Clips an den Dollen ergänzt. Ich habe gedacht, ich mache in den nächsten Tagen eine kleine Serie draus, warum ein Ruderer was einstellt. Die Profis unter Euch dürfen das ebenfalls lesen und schauen, ob ich was falsches schreibe!


Dann gibt es noch ein Training für heute! Extensive Ausdauer - mittlere Belastung, höherer Umfang:


Ergometer: 2 x 6000m dazwischen 2 Minuten Pause


Laufen/Walken: 90 Minuten - nach Borg-Skala: mittlere Beanspruchung (noch miteinander reden)


Radfahren: 180 Minuten - auch hier mittlere Beanspruchung


Wer von Euch hat gestern das Lauf-ABC tatsächlich gemacht? Also Karo hat das ganz gut hinbekommen und sieht frisch wie der Morgentau aus. Ich selbst habe ziemlich auf die Trainerin geschimpft und war platt - das sieht dann wohl so aus:



Nora, Gerhard und Wilma kamen auch vorbei. Wilma fragt auf dem Bild bestimmt Gerhard, warum Menschen eigentlich heftig keuchend durch die Gegend laufen.


Ich wünsche Euch einen schönen Samstag!


Liebe Grüße

Heike


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