MRV Squad - Tag 37 - 24.04. - 8:00 Uhr in Marbach

Liebe Ruderer,


heute ist schon wieder Freitag - der Tag der Schnelligkeit!


Bevor wir zu den Aufgaben für heute kommen, noch ein kurzer Nachtrag zu den Rumpfübungen von gestern. Da sind im Spiegel hinter Markus einige Menschen zu sehen, die sich gemeinsam im Gymnastikraum befinden. Dennoch ist es kein Verstoß gegen die derzeitigen Corona-Regeln. Die Fotos wurden 2012/2013 während des Freiwilligen Sozialen Jahres von Markus im Ruderverein Emden gemacht. Da war das Thema Corona noch unbekannt. "Social Distancing" wäre vielleicht nur im Zusammenhang mit Schwäbisch und Ostfriesisch ein Thema gewesen. Aber nachdem wir unser Oster-Trainingslager 2013 in Emden in der Seemannsmission verbringen durften, im Emder Ruderverein trainierten und im "Club zum guten Endzweck" unser Mittagessen eingenommen haben - gab es kein Verständigungsprobleme mehr. Markus hat übersetzt und die Welt war in Ordnung. Viele schöne Erinnerungen an sehr nette Menschen. Wir waren zum Osterfeuer eingeladen und in der Seemannsmission gab es viele gute Gespräche mit Menschen aus aller Welt (und mit einem sprechenden Papageien).


Dort haben wir übrigens auch Tabata gemacht, das war zu der Zeit etwas völlig neues! Hier ein Bild dazu: es wurde an Ostern 2013 aufgenommen und auch hier gab es noch kein Corona Social Distancing:


Ostern 2013 - Trainingslager in Emden (Emder RV und Marbacher RV) - kein Corona - kein Social Distancing!

Zurück zur Schnelligkeit:

Ergometer: 10.000m darin 10x250m voll

Laufen: 10 km darin 10x 100m Sprint

Walken: 10km darin 10x 1min schnellstmöglich gehen

Radfahren: 120min Tour mit unterschiedlichen Sequenzen - Höhenmeter einbauen!



Heute wieder ein wenig Theorie für Euch und zwar direkt von der Sportschule Steinbach. Werner Zink und Andreas Maginot unterrichten beide an der Sportschule und haben gemeinsam ein Buch herausgegeben: "Fit in Training und Wettkampf". Nun geht es hier um erfolgreiches Leistungstraining für alle Ballsportler, das steht so ein wenig im Widerspruch zu dem Umgang der meisten Ruderer mit einem Ball. Aber einiges ist doch ganz gut zu gebrauchen!


Wir reden heute mal über Trainingsprinzipien. Die Entwicklung der Kondition des Sportlers ist neben der organischen Veranlagung, dem Alter, der koordinativen Steuerung und den physischen Fähigkeiten vor allem von einem gezielten Training abhängig. Um biologische Anpassungen auszulösen, müssen bei der Trainingssteuerung einige Gesetzmäßigkeiten beachtet werden. In der Trainingswissenschaft hat man hierzu Trainingsprinzipien verfasst. Sie beeinflussen und ergänzen sich gegenseitig. Ich habe die einzelnen Punkte etwas gestrafft.


1. Prinzip der trainingswirksamen Belastung

Gering Trainierte benötigen vergleichsweise niedrige und unspezifische Reize, um Anpassungserscheinungen hervorzurufen. Hoch trainierte Sportler hingegen zeigen nur bei hohen und spezifischen Belastungen die angesteuerten Adaptionen.


2. Prinzip der ansteigenden Belastung

Die Trainingsreize müssen sich dem jeweiligen Trainingszustand anpassen. In Abhängigkeit vom Trainingszustand müssen die verschiedenen Belastungskompontenten verändert werden. Dabei ist zunächst die Trainingshäufigkeit zu steigern, dann der Umfang und erst anschließend die Belastungsintensität.


3. Prinzip der Regelmäßigkeit (kontinuierliche Belastung)

Regelmäßiges Training ist eine der wichtigsten Voraussetzungen zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit und führt zu einem fortlaufenden Anstieg der sportlichen Leistungsfähigkeit bis zum Erreichen der individuellen Leistungsgrenze. Die gewünschten Anpassungserscheinungen sind jedoch nur dann möglich, wenn über einen bestimmten Zeitraum regelmäßig trainiert wird. Längere Unterbrechungen des Trainings führen zur Stagnation bzw. zum Rückgang der Leistungsfähigkeit.


4. Prinzip der optimalen Gestaltung von Belastung und Erholung

Nach einer wirkungsvollen Trainingsbelastung benötigt der Organismus eine bestimmte Zeit zur Wiederherstellung (Regeneration), bevor die nächste Belastung erfolgen sollte. Das Ausmaß der Ermüdung und damit die benötigte Zeit für die Erholung sind abhängig von der Gesamtbelastung des Trainings, von den Trainingsinhalten, dem Umfang, der Intensität und vom Trainingszustand.


5. Prinzip der Superkompensation

Durch Aneinanderreihen von überschwefligen Belastungsreizen und genügend Zeit für die Regeneration kommt es im Körper zu Anpassungserscheinungen auf diese Belastung. Der Körper regeneriert sich über das ursprüngliche Leistungsniveau hinaus (Superkompensationseffekt). Es kommt zum Leistungsaufbau.


6. Prinzip der richtigen Belastungsfolge

Werden in einer Trainingseinheit mehrere Leistungskomponenten geschult, muss die richtige Belastungsfolge eingehalten werden. So stehen zu Beginn einer Trainingseinheit stets Übungen, deren Effekt psychisch wie physisch einen ermüdungsfreien Zustand voraussetzt und nachfolgend eine vollständige Pause erfordert. Hierzu gehören das Training der Koordination, der Schnelligkeit, der Schnellkraft und der Maximalkraft. Danach folgen die Übungen, der Effektivität auf unvollständigen Pausen beruht, wie die der Kraftausdauer und der Schnelligkeitsausdauer. Am Ende der Trainingseinheit stehen Übungen, die die Ausdauer fördern.


7. Prinzip der variierenden Belastung

Gleichartige Trainingsreize über einen längeren Zeitraum können zu einer Stagnation führen. Um einen Trainingserfolg auch längerfristig zu erreichen, sollten die Faktoren, die die Intensität des Trainings bestimmen, regelmäßig variiert werden. Dies kann über eine Veränderung des Umfangs, der Intensität, der Wiederholungen, der Pausenlänge oder der Geschwindigkeit der Bewegungsausführung erreicht werden.


8. Prinzip der Individualisierung und Altersgemäßigkeit

Alle Trainingsreize müssen so gestaltet sein, dass sie der jeweiligen individuellen Belastbarkeit des Sportlers entsprechen, denn jeder Körper reagiert auf dieselben Reizgröße anders.



Ich denke das Prinzip der Individualisierung und Altersgemäßigkeit ist sehr wichtig. Das Alter spielt eine große Rolle. Ich persönlich halte mich (einigermaßen) fit, freue mich aber darüber, dass meine Junioren fitter sind wie ich - sonst würde etwas falsch laufen. Übertriebener Ehrgeiz schadet genauso wie "sich gehenlassen". Wer im Moment im Abi steht, viele Klausuren schreibt, daheim Probleme hat, Überstunden macht, krank war oder sonstige Themen anstehen, der kann in dem Moment nicht die gleiche Leistung bringen. Ihn beansprucht das Training viel mehr, als wenn er "den Kopf frei" hätte. Das gilt es als Sportler und als Trainer zu berücksichtigen. Wir dürfen unsere Rennruderer nicht verbrennen, sondern sollen sie fördern und unterstützen. Sport darf auch Freude und Spaß machen! Das heißt natürlich nicht, dass man sich nicht auch mal fordern oder an seine individuellen Grenzen gehen darf - aber halt mit Vernunft und Augenmaß!


Viel Freude heute beim Thema Schnelligkeit! Gebt Gas und lasst Euch den Wind um die Nase wehen!


Liebe Grüße


Heike







Karin Richter: Rudern ruft an ... und ich muss gehen!


Liebe Karin, wir warten mit dir auf diesen Anruf und werden dann alles stehen und liegen lassen, um zum Neckar zu eilen!


Bleib gesund und wir freuen uns gemeinsam auf die erste Ruder-Ausfahrt nach Corona!


Danke für das schöne Bild!







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