MRV rockt November Blues - Tag 23

Liebe Ruderer,


am Montag hatten wir ja das Thema "Gleise" und Bahnsteig am Ruderverein. Aber warum benötigte man für die Mitarbeiter einen eigenen Personenwagen. Hätten diese nicht der Straße entlang einfach mit Bussen zum Kraftwerk gebracht werden?

Zwei Bilder aus meinem Lieblingsbuch "Marbach - Bilder im Wandel der Zeit" von Albrecht Gühring geben die Antwort:



Es gab keine Umgehungsstraße zum Kraftwerk - also mussten auch die Mitarbeiter mit dem Zug befördert werden!


Albrecht Gühring schreibt: Schon um 1910 war der Blick auf die Stadt von Nordwesten beeindruckend. Wie eine mittelalterliche befestigte Burg thront Marbach mit dem markanten Haspelturm auf seinem Felsplateau. Im Vordergrund befindet sich die damals praktisch noch verkehrsfreie Oehler-Kreuzung. Zu sehen sind Wohn- und Wirtschaftsgebäude der Gerberei sowie die offenen "Lohkässtände" und dahinter ein Rindenmagazin. Links war das Gasthaus zum Anker.


Heute ist die Kreuzung ein Verkehrsknotenpunkt, dem besonders der Bau der Umgehungsstraße in den 1950er Jahren stark zugesetzt hat. Während der Weg aus dem Bottwartal früher die Bottwartalstraße direkt hinaufführte, geht jetzt die Hauptverkehrsachse westlich an Marbach vorbei.


Weiterhin habe ich eine sehr interessante Internet-Seite für Euch gefunden: www.bottwartalbahn.de


Hier wird der Bahnanschluss des Kraftwerks nochmals ausführlich erklärt:


Eine Werksbahn mit eigenem Personenwagen, die damit sogar über Land fuhr - das war eine außerordentliche Rarität. Die große feuerlose Lok auf dem Kraftwerksgelände Marbach, um 1965 | Kreisarchiv Ludwigsburg


Von Anfang an besaß und erhielt das Kraftwerk einen eigenen Bahnanschluss über ein regelspuriges Industriegleis. Dieses zweigte zwischen Marbach und Murr von der Bottwarbahn ab. Dafür entstanden die Abzweigstelle EVS und der dortige Übergabebahnhof. Damit die regelspurigen Güterwagen vom Bahnhof Marbach aus unabhängig von der Schmalspurbahn zugestellt werden konnten, erhielt die Bottwarbahn von Marbach bis zum Abzweig Kraftwerk ein Drei-Schienen-Gleis (wie sie es schon ab 1900 zwischen Talheim und Heilbronn Süd besaß). Außerdem wurde der Bogenradius in Marbach beim Abschwenken von der Hauptbahn nach Ludwigsburg großzügig aufgeweitet. Die alte Schmalspurtrasse mit dem engen Bogen direkt vor dem Neckarviadukt der Hauptbahn wurde aufgelassen und später überwiegend mit Schotter zugeschüttet.

Weil der Neckar erst in den 1950er Jahren bis Marbach und Stuttgart schiffbar gemacht werden konnte, wurde das Kraftwerk bis dahin ausschließlich über die Schiene versorgt, später noch als Reserve. Es wurden Kohlenzüge an das Kraftwerk übergeben, später auch Ölzüge. Das Kraftwerk besaß zwei eigene feuerlose Dampfloks (Dampfspeicherloks), die mit dem Dampf des Kraftwerks bestens betrieben werden konnte. Außerdem war eine dieselelektrische Kleinlok vorhanden und lange Zeit ein eigener Personenwagen für den Werksverkehr der Mitarbeiter - eine große Besonderheit.

Weiter geht aus auf dem Ergometer:

Ergo Programm 4 (Ralf Kockel)

1 10 min unspezifisches Warmmachen (Laufen, Seilspringen etc.)

2 10 min ruhiges Ergofahren < SF 20

3 10 min Steigerungsfahrt SF 21-30 (jede Minute einen Schlag flüssiger)

4 5 min ruhiges, lockeres Fahren < SF 20

5 10 min Steigerungsfahrt SF 24 – 33 (jede Minute einen Schlag flüssiger)

6 10 min lockeres Ausfahren

7 10 min Dehnen


Das ganze geht auch beim Laufen/Walken:


1 10 min Warmmachen (locker Hüpfen, Arme kreisen, Hampelmann, Steilspringen, etc.)

2 10 min locker Laufen/Walken

3 10 min Ansteigern - jede Minute etwas schneller

4 5 min locker Laufen/Walken

5 10 min Ansteigern - jede Minute etwas schneller

6 10 min lockeres Laufen

7 10 min Dehnen


Ihr seht - viele Programme kann man ganz einfach anpassen. Das Argument, dass irgendetwas nicht zur Verfügung ist und man daher leider nichts machen konnte, zeugt nur von sehr wenig Fantasie oder einer guten Fähigkeit schnell Ausreden zu finden.


Liebe Grüße

Heike

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